Acht Ska-Freaks bringen die Wände des Schwarzen Hasen zum Vibrieren

Die Band „Mo’Bettah Freaks“ feiert Party im Jazz Point in Beutelsau

„Mo’Bettah Freaks“ nennen sich die Musiker aus dem Allgäu, die seit den späten 1990er Jahren touren und sich dem Ska verschrieben haben. Der Rock’n’Roll-lastige Musikstil schwappte in den 1950er und 1960er Jahren aus Amerika und Jamaika nach England hinüber. Seit den 1980er Jahren gibt es ein Ska-Revival. Von biederem Cover-Rock war am Freitagabend keine Rede.Die Ska-Gruppe „Mo´Bettah Freaks“ ließ am Freitagabend den Schwarzen Hasen in Beutelsau vibrieren. Babette Caesar

Laut ist Ska. So laut, dass die Wände zu wackeln scheinen und Ohrstöpsel ratsam sind. Der Band macht das nichts (sie trägt eh welche) und den Besuchern auch nicht (sie sind Ska-Fans). Trotzdem, bis sich der Dancefloor vor der Bühne füllte, dauerte es bis nach der Pause.

Sänger und Frontmann Sebastian Linke ist der Hingucker dieser Männer-Formation, was die Fashion angeht. „Eine Jacke braucht es für das nächste Stück“, schickte er diesem voraus, das von den Problemen mit deiner Freundin handelt. Licht aus am Schluss – ja, und dann im Dunkeln glitzerten alle silbernen Sternchen auf dem weißen Stoff. „Das war die acht Stunden Näharbeit wert“, frohlockte Sebastian Linke, der sich auch sonst für nichts zu schade ist. Sein in einem Höllenrhythmus röhrendes Stimmorgan war ihm über zwei Stunden zu Diensten.

Ein wild brüllender Herr in Wangener Kneipe

Im Herbst 1997, als die Band auf der Suche nach einem passenden Sänger war, gabelten sie ihn in einer Wangener Kneipe auf. Beim Kartenspiel. Ein wild brüllender Herr mit Hut und Sonnenbrille, so wie er auch am Abend auf der Bühne stand.

Nicht weniger intensiv gebärden sich seine Musiker. Links ein kapitaler Bläsersatz mit Saxofonist Daniel Drechsel, Posaunist Christian Härle, Thomas Bischofberger und Simon Rude an den Trompeten. Rechts Gitarrist Matthias Müller und Bassist Thimo Ströbel. Im Hintergrund Aaron Blersch am Schlagzeug.

Richtig cool fanden Besucher vor allem Thimo Ströbel. Ausgestattet mit einer Mütze, deren Schirm das halbe Gesicht verdeckte, geht er stoisch zu Werk. Nichts scheint diesen Mann zu irritieren. Sebastian Linke ist Entertainer und Sänger in einer Person. „Schwitzen ist echt cool!“, propagiert er in Richtung Saal, doch nun endlich in Bewegung zu kommen.

Was dann auch geschah zu rasanten Titeln wie „Drinking fast“ oder einem simplen „Ja, Ja, Ja“. Sie bringen alternde Punkrhythmen auf Hochtouren, vermischt mit Reggae, Rock und R´n´B. Dazu skanten, sprich tanzen, kommt einem ausdauernden Fitnesstraining gleich. Auf jeden Fall befreit es den Körper von unnötigem Ballast.

Klare Ansagen in den Liedtexten der Allgäuer

„Findest du dich eingeengt, dann sing in einer Band“, sind klare Ansagen mit autobiographischen Text. „Jetzt wisst ihr, wie wir ticken“, so Sebastian Linke, um zum Square Dance im Turbo-Dixieland-Sound über zu wechseln. Doch es geht auch sanfter, fast schon beschwingt zu, sobald sie etwas Südsee-Flair anklingen lassen. Einmal durchatmen, um mit „Sunny Sunday Black out“ wieder in Fahrt zu kommen. Sie haben ihren Spaß an der Party passend zur fünften Jahreszeit.

Ein Dämpfer habe die Band vor zwei Jahren bei einem total euphorischen Auftritt in Ravensburg bekommen. Ein Besucher vernichtete ihre Musik mit einem Wort, woraufhin das Stück „Günther“ entstand. Hierbei lehnte sich der Vier-Mann-Bläsersatz ganz weit heraus. Ska-Klassiker wie „Sally Brown“ tischten sie anschließend auf. „Leroy Brown“ im Bigband-Sound und Ray Charles legendäres „Hit the Road Jack“ in einer hippen Ska-Version.

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